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BUMBA-MEU-BOI

Aktualisiert: 29. Dez. 2022

Was mich natürlich sehr fasziniert, ist die Musik, die im Zusammenhang mit diesem Fest gespielt wird. Es erinnert mich sehr an die Gesänge und Percussion bei der afro-kubanischen Rumba. Es sind zwar vollkommen andere Rhythmen, Percussion und Gesänge, aber bei beiden bekomme ich Gänsehaut wenn ich live vor Ort dabei bin! Hier ein Video der Gruppe des Sängers Zé Olinho vom Boi de Santa Fé, dass ich vor ein paar Tagen bei einem Konzert des Poeten, Songwriter Joãzinho Ribeiro hier in São Luís aufgenommen habe.


Cantador Zé Olinho do Boi de Santa Fé




Ich habe im Internet nach einer guten Erklärung dieses außergewöhnlichen Festes gesucht. Die Erklärung auf Wikipedia fand ich nicht gut, aber auf einer Seite bin ich wirklich fündig geworden. Anscheinend ein Reisebüro für Südamerika Reisen. https://ruppertbrasil.de/bumba-meu-boi-kulturerbe-in-maranhao/

Dort steht folgendes geschrieben:


Bumba-meu-boi in Maranhão

Immaterielles Kulturerbe der Menschheit

Bumba-meu-boi (frei übersetzt „steh auf, mein Ochse“ oder tanz, mein Ochse“) ist ein Fest, das insbesondere in dem nordöstlichen Bundesstaat Maranhão seit über 200 Jahren gefeiert wird. Im Dezember 2019 wurde bumba-meu-boi nun vom zuständigen Kulturausschuss der Unesco zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt. Auch wenn sich das Fest, teilweise in modernisierter Form, über ganz Brasilien verteilt hat, so sind São Luís und Maranhão nach wie vor das Zentrum der ursprünglichen Feste. Mehrere hundert Gruppen existieren in Maranhão, weswegen im Juni sich insbesondere São Luís zu einer bunten Freilichtbühne verwandelt. Wer sich zum Beispiel für eine Reise durch den Nordosten und/oder für Lenςois Maranhenses interessiert, könnte diese mit dem Erlebnis eines bumba-meu-boi wunderbar verbinden


Kurzgeschichte des bumba-meu-boi

Bumba-meu-boi entstand wohl Mitte des 18. Jahrhunderts in Brasiliens Unterschicht, also bei Sklaven und Landarbeitern und beinhaltet folgerichtig eine Form der Gesellschaftskritik. Brasilianer der unteren Klasse verspotten und kritisieren diejenigen mit höherem sozialem Status in einer komödiantischen Folklore-Geschichte mit Gesang und Tanz. Obwohl außerhalb Brasiliens bei weitem nicht so bekannt wie der Karneval, ist bumba-meu-boi doch älter und tief in der Kultur Brasiliens verwurzelt.


Worum es geht

Die erzählte Geschichte kann je nach Region und sozialem Umfeld variieren, aber im Kern geht es immer um den Tod und die Auferstehung eines Ochsen. Mancher wird sich fragen, warum gerade ein Ochse im Mittelpunkt steht? Weil dieser damals durch seine Verwendung in der Landwirtschaft hohe Wertschätzung genoss. Ochsen waren auch deswegen stark in das soziale Leben der Kolonialherren eingebunden, weil Stierkampf und Kälbertanz sehr beliebt waren, was auch ein Erbe der portugiesischen Kolonialherren sein dürfte.


Die ganze Geschichte an dieser Stelle zu erzählen, ist auf Grund des Umfanges und der Verästelungen nicht möglich. Im Kern wird die Legende von Pai Francisco und Catirina dargestellt und zeigt die Gefangennahme, den Tod und die Auferstehung des legendären Boi Bumba. Die Hauptfiguren dieses interaktiven „Theaterstücks“ sind – mit regionalen Unterschieden – der Ochse, ein weißer Herr, eine schwarze Schwangere (Catirina), ein Vaqueiro oder Cowboy, andere Vaqueiros, Indios und Caboclos, ein Priester und ein Arzt. Und nicht zu vergessen: Auch das Publikum ist ein wichtiger Bestandteil der Aufführung, da leidenschaftliche Reaktionen der Zuschauer für entsprechende Atmosphäre sorgen. Verschiedene Rhythmen und Musik und Gesang schaffen dabei ein Gesamtkunstwerk.

Besser als tausend Worte sind natürlich Bilder. Einen guten Eindruck bietet ein Video auf Youtube. https://www.youtube.com/watch?v=R2qjjtdkn6o


Am besten ist es natürlich, bumba-meu-boi vor Ort selbst in São Luís und dessen Altstadt, die Unesco-Weltkulturerbe ist, zu erleben!















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